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Hier finden Sie einen kleinen Einblick in die Geschichte unserer Wehr.

 

Gründungszeit

Um die Zeit der Gründung der Wehr gab es eine ansehnliche Reihe von Handwerkern, Bauern und Gewerbetreibenden in Großschirma. Der Schutz des in mühevoller Arbeit über Generationen Geschaffenen war ein Grund den Feuerschutz so zu organisieren, dass bei Gefahr alles Funktionierte.

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Großschirma erfolgte somit am 16.04. 1876 und ging auf einen Brand an der Mühle zurück. Es muss dazu gesagt werden, dass sich bereits vor 1876 Männer zur Wahrung des Feuerschutzes fanden. Die Wehr bestand zu diesem Zeitpunkt aus 111 Männern, aufgeteilt in 18 Rettungsleute, 25 Männer in der Wachmannschaft und 68 Spritzenleute. Im Jahre 1879 kam die neue Spritze auf 2 Rädern. 1884 begannen die Planungen zum Bau des Steigerturms, der schließlich am 20.09. 1885 feierlich mit Gastwehren eingeweiht wurde, damit wurden weitere Maßnamen zum besseren Dienstbetrieb und der Ausbildung realisiert. Der Kampf um neue Helme und Gurte wurde somit bestärkt, doch man arbeitete weiterhin an gutbesuchten Übungen und Ausbildungen. Der finanzielle Teil spielte immer eine große Rolle, da die Gemeinden schon damals  wenig Mittel zur Verfügung hatten.




 

Zeit des 1. und 2. Weltkrieges

Im ersten Weltkrieg fielen zwei Kameraden der FFW in Frankreich, viele Kameraden wurden verletzt. Die Wehr kämpfte zu dieser Zeit mit akuter Unterbesetzung, doch der Feuerschutz konnte mit wenigen Männern am Leben erhalten werden. In Kriegszeiten übernahmen Stellvertreter die Wehrleitung, falls diese zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Am 25.05. 1925 wurde das Spritzenhaus in seiner ausgebauten Form bezugsfertig. Die Anschaffung der neuen Schiebeleiter und deren Unterbringung machte eine Verlängerung des Spritzenhauses notwendig. Die neue Motorspritze der Firma Julias Müller zu Döbeln wurde am 26.10. 1932 angeschafft. Dies war ein weiterer Schritt zur Modernisierung der Wehr und somit konnte der neu gebildete Motorspritzenzug seine Arbeit aufnehmen.

 

Der Wehrleiter zu dieser Zeit war Max Schönberg in der Zeit vom 02.03. 1909 bis zum 20.05. 1939, später wird die Wehr ihm zu Ehren in FFW „Max Schönberg“ Großschirma umbenannt.

 

Weiter in der chronologischen Reihenfolge wurde 1933 beschlossen, das Mitteldorf bei Brandgefahr besser zu versorgen, was mittels Feuerlöschteiches oder Wasserbehälters durchgeführt wurde, zusätzlich wurden 150m Motorspritzenschlauch angeschafft.  

 

1936 erfolgte eine weitere Verbesserung der Ausrüstung durch einen Mannschaftswagen vom Typ Opel Blitz. 

 

1939 wurde dann das heutiges Gerätehaus geplant und 1941 bewilligt, jedoch nicht gebaut, aufgrund der fehlenden Mittel, ausgelöst durch den zweiten Weltkrieg. 

 

1942 befanden sich 20 Kameraden im Kriegsdienst. Die Unterbesetzung erforderte zusätzliche Übungen und somit gliederten sich 18 Fuß – und Gerätedienste sowie 2 Alarmübungen in den Dienstplan ein. Fliegerangriffe im Reich bedeuteten neue Herausforderungen und somit musste nahezu jeder Haushalt in der Lage sein, Entstehungsbrände selbst zu löschen.  

 

Ende 1942 wird die Hitlerjugend in die Feuerwehr unter dem Namen HJ-Feuerwehrschar inbegriffen. Die bereits unterbesetzte Wehr erhält 16 Mitglieder zur Verstärkung. 

 

Zum Kriegsende kam die FFW Großschirma ihrem Motto „Zu helfen in der Not ist unser Gebot“ besonders nach, indem sie Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Großschirma einquartierten und am 13.02.1943 nach Dresden zur Unterstützung der Feuerwehren vor Ort fuhren.

 

 


 

Sowjetische Besatzung und DDR Zeit

Am 27.10. 1945 wurden neue Schläuche und die Instandsetzung des Gerätehauses genehmigt. Am 15.06.1947 wird die Säuberung aller Feuerlöschteiche in Angriff genommen.  Im Jahre 1948 wird die Wehr dann wieder der Polizei - Abteilung Feuerwehr im Volkspolizeikreisamt unterstellt.

 

Am 07.10. 1949 erfolgt die Gründung der DDR, wodurch die sowjetische Besatzung entfällt.

 

1950 wird ein Brandschutzplan erstellt der im Falle eines Stromausfalles – somit auch Sirenenausfall – Abhilfe schaffen soll. Das Dorf wird von Patrouillen abgelaufen. Im Februar 1951 erfolgt die Übergabe des „neuen“ Mannschaftswagens „Elite“ vom Baujahr 1929.

 

1955 wird das erste Brandschutzgesetz von der Volkskammer der DDR beschlossen. 1959 findet die Übergabe des neuen Fahrzeuges vom Typ „Garant“ statt. Zusätzlich erhält die Wehr einen Schlauchtransportwagen des VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz.

 

1960 wird Ersatz für den abgerissenen Steigerturms geschaffen, indem der Neubau des Gerätehauses beginnt. Das Depot wird im Nationalen Aufbauwerk (NAW) von den Kameraden eigenhändig errichtet. Die Einweihung fand dann am 02.07. 1963 in feierlicher Runde statt.

 

Schon früher war unsere Wehr erfolgreich in Wettkämpfen, wie auch am 07.08.1965. Um den Freiberger Pokal erarbeitete sich die Wettkampftruppe den dritten Platz. Ein Kollektiv unter Leitung des Kameraden Dietmar Lange entwickelte im Rahmen des Feuerungswesens eine fahrbare Lafette ( kleine Anhänger ) für die TS 8.

 

Im Jahre 1976 wurde das 100-jährige Bestehen der FFW Großschirma vom 28.05. bis zum 30.05. geehrt. Das ganze Dorf feierte und ein Festumzug wurde abgehalten. Im März 1983 erfolgte ein Löschangriff der Zivilverteidigung am Gerätehaus. Das war der Vorläufer einer groß angelegten Zivilverteidigungsübung im gesamten Ort im Mai. Die Zeit des Kalten Krieges und die Konfrontation der militärischen Blöcke in Mitteleuropa brachte diese Art des Schutzes der Zivilbevölkerung in einem möglichen Kriegsfall hervor. 1984 wurden verschiedene Einrichtungen auf ihren Brandschutz kontrolliert. Kontrollen erfolgten unter anderem bei Wohnstätten, Verkaufstätten, Gewerbe und Handwerk und an Schulen. Am 19.04.1986 fand die Übergabe des neuen Fahrzeuges vom Typ „LO 2002“ statt. Das Altgediente Fahrzeug, was sich seit dem 07.11. 1959 im Dienst stand, konnte somit in den Ruhestand gehen. 1987 war das besondere Jahr der Namensgebung der FFW Großschirma. Die Wehrleitung schaffte es, den verdienstvollen Hauptmann Max Schönberg als Namenspatron durchzubringen.

Ein Problem bestand jedoch immer noch, die mangelnden Alarmierungsmöglichkeiten und deren negative Auswirkung im Ernstfall, das konnte aber durch die Kopplung der drei Sirenen (Rathaus, Kurt Hänig, Kindergarten/Rittergut) behoben werden. 1988 erhält die Feuerwehr Großschirma die Funkberechtigung, was zur erheblichen Verbesserung der Erreichbarkeit beitrug.  Die starken politischen Veränderungen im Jahre 1989 haben bis Dato noch keine Auswirkung auf die Wehr.




BRD und Heute

1993 sollen die Sirenen im Dorf gleichgeschaltet werden, so dass diese auch durch die Leitstelle Freiberg ausgelöst werden können. Eines der besonderen Ereignisse die die Wehr prägte war am 19. Mai 1995, die offizielle Anmeldung der Jugendfeuerwehr.

Ab 1995 gehören die FFW von Hohentanne, Großvoigtsberg und Kleinvoigtsberg nach der Eingemeindung zur Gemeinde Großschirma. Das machte die Berufung eines Verantwortlichen für Brandschutz in der Gemeinde notwendig. Dafür wurde Kamerad Gerald Latour ausgewählt. 1996 wird er als Gemeindewehrleiter bestätigt. In diesen Jahren erfolgte auch die Anschaffung von 3 neuen Löschfahrzeugen für die Wehren Großschirma, Großvoigtsberg und Hohentanne rechtzeitig zum  120-jährigen Bestehen der FFW Großschirma. Ein Höhepunkt im Jahr 1997war die Einweihung der Bronzetafel mit den Namen der Gefallen am Kriegsdenkmal. 1998 schafften die Kameraden in freiwilliger Arbeit und mit Hilfe von ortsansässigen Firmen Stellflächen für PKWs im Einsatzfall direkt vorm Depot. Zum Tag der offenen Tür 2000 erhält die Jugendfeuerwehr ihre eigene Fahne in feierlicher Übergabe.

2001 feierte die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen, der dazugehörige Festakt, fand am 21.04.2001 statt. Dieser Große Tag der FFW wurde weiterhin genutzt um die erste Fahne der Wehr einzuweihen.

Ab dem 1. September 2003 hat die Gemeinde Großschirma, durch die Eingemeindung von Siebenlehn und Obergruna das Stadtrecht, was sich auch im Feuerwehrwesen bemerkbar machte, da die 2 Ortswehren hinzukamen.

Am 11.09.2004 wird die Feuerwehr Chronik von Großschirma veröffentlicht, welche die Jahr 1876 – 2001 und einen Sonderteil Hochwasser 2002 umfasst.

Das Heimatfest anlässlich 1050 Jahre Großschirma und Rotenfurth im Jahre 2006 war auch für die FFW ein großes Ereignis. Es wurde viel vorbereitet, organisiert und natürlich gefeiert. Den Abschluss der Festtage machte der Festumzug, bei dem sich die Wehr wieder einmal präsentieren und auf sich aufmerksam machen konnte.

 

 

 


 

Hier drei Einsätze die durch ihre Art sehr erwähnenswert sind.

Sie sind mit viel Herz, Aufopferung und sehr viel Energie von Kameraden und mithelfenden Bürgern gemeistert wurden.

 

Zu einem abenteuerlichen Einsatz kam es am 21.12.2001, als ein Krankenwagen der BF Münster, mit einem Krebskranken Mädchen und ihrer Mutter, nahe den Teichhäusern auf Grund von Schneeverwehungen feststeckte. Ein Traktor der Agrargenossenschaft Großschirma geleitete den LO zum Einsatzort. Später wurde ein weiterer Traktor mit Schneepflug zum Einsatzort geleitet, der Bahne bis Rothenfurt und weiter bis nach Freiberg machte.

 

Mitte August 2002 kam es dann zum verheerenden Jahrhunderthochwasser. Von 12.-18.08. war die Wehr praktisch im Dauereinsatz, ob Evakuierung von gefährdeten Personen, füllen und verteilen von Sandsäcken, schützen von Sachwerten, oder Mithilfe beim beseitigen der gigantischen Schäden, die Feuerwehr war immer ganz Vorne mit dabei. Diese schweren Tage zeigten wieder einmal, wie wichtig eine schlagkräftige und gut organisierte Feuerwehr für jede Gemeinde ist. 135 Helfer lieferten in dieser Zeit ca. 1400 Arbeitsstunden. Kurze Zeit später organisierte die Wehr noch eine Benefizveranstaltung für die Geschädigten, bei der 7.500€ zusammenkamen.


Am 30.06.2008 kam es zu einem gigantischen Großbrand in der „Großschirmaer Delle“. Die komplette Schalung der sich im Bau befindlichen Brücke stand in Flammen. Die 7 Stadtwehren und nahezu alle Tanker des Alt-Kreises Freiberg waren im Einsatz.